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Monat: Oktober 2020

Wie wird Honig cremig?

Ungefähr 2/3 meines Honigs mache ich cremig, weil die Mehrzahl meiner Abnehmer den cremigen dem flüssigen Honig vorzieht.

Aber wie wird nun aus dem Flüssigen der Cremige?

Dazu muss man zunächst verstehen, was mit Honig passiert, wenn er gelagert wird. Früher oder später kristallisiert so gut wie jeder Honig aus, es bilden sich Zuckerkristalle, die relativ groß werden können und nicht bei jedem auf große Begeisterung stoßen. Wie schnell ein Honig auskristallisiert hängt davon ab, wie das Verhältnis von Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker) anteilig im Honig ist. Bei Rapshonig beispielsweise ist der Glucoseanteil sehr hoch, dadurch kristallisiert der Honig sehr schnell – teilweise bereits in den Waben. Anders bei Honigen mit hohem Fructoseanteil wie beispielsweise Akazienhonig, dieser bleibt in der Regel sehr lange flüssig.

Wahrscheinlich gibt es sehr viele Möglichkeiten, cremigen Honig herzustellen. Ich kann nur von der Variante berichten, die ich verwende. Teilweise habe ich von Imkern gehört, die mit Klimaschränken usw. arbeiten. Dies ist bei mir nicht der Fall.

Nach der Ernte kommt der Honig beim Ausschleudern zunächst in große Behältnisse wie Eimer oder Hobbocks. Der flüssige Honig kann dann nach dem Abschäumen direkt in Gläser abgefüllt werden. Beim Cremigen beginnt dann erst die eigentliche Arbeit: Rühren, rühren und nochmals rühren. Zwei bis drei mal am Tag, alle acht bis 12 Stunden. Zwei bis drei Wochen. Doch, wozu? Beim Rühren reiben die Zuckerkristalle aneinander, schleiffen sich quasi gegenseitig ab und bekommen dadurch eine „zerkratzte“ Oberfläche. Man nimmt quasi vorweg, dass der Honig kristallisiert oder schleifft während des Kristallisierens die Zuckerkristalle klein.

Beschleunigt werden kann der Vorgang des Kristallisierens, wenn bereits cremiger (in meinem Fall natürlich eigener) Honig am Anfang des Rührprozesses zugegeben wird. Dies wirkt wie ein Katalysator und beschleunigt das Kristallisieren.

Wenn der Honig schlussendlich die richtige bzw. gewünschte Konsistenz hat, wird nochmals abgeschäumt und dann in Gläser abgefüllt. Dies sollte dann auch zeitnah passieren, da der Honig nochmals „nachzieht“ und etwas fester wird. Und dies sollte dann erst im Glas passieren. Ansonsten ändert sich der Zustand des Honigs im Anschluss nicht mehr, ein grobes Auskristallisieren erfolgt nicht. Man könnte also fast sagen, der Honig ist dann sehr lange ohne Qualitätseinbußen haltbar. In Deutschland muss allerdings jedes Lebensmittel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden.

Gelagert werden sollte Honig:

  • dunkel, damit die Enzyme und Vitamine erhalten bleiben
  • trocken, da Honig Wasser zieht und dadurch gären kann
  • kühl, da sich Honig unter 15 Grad nicht verändert

Grundsätzlich bietet Honig zwei wichtige Voraussetzungen für gute Lagerfähigkeit. Diese sind ein geringer Wasser- und ein hoher Zuckeranteil.

Flugradius meiner Bees

Um euch darzustellen, in welchem Gebiet meine Bienen unterwegs sein können, habe ich mit Hilfe der Site homecrossing.de den Flugradius meiner Bienen dargestellt. Das Ganze findet ihr hier noch mal interaktiv, inklusive der Möglichkeit den Radius auf ein erreichbares Gebiet von 5 km zu erweitern. Das können die Bienen immer noch erreichen, versuchen aber natürlich, im möglichst nahen Umfeld Futter, also Nektar und Pollen zu finden.

Ähnlich wie bei Immobilien sind bei Bienenständen folgenden drei Dinge wichtig: Lage, Lage und Lage. 😉

Aktuelles Honigangebot

Nachdem ich regelmäßig gefragt werde, welchen Honig ich aktuell im Angebot habe und was dieser kostet, hier ein kleiner Überblick:

Ganz frisch gibt es den Ende Juli 2020 geernteten Sommberblütenhonig entweder flüssig oder cremig klein (250 gr) bzw. groß (500 gr).

Dann gibt es noch Restbestände vom im Mai 2020 geernteten Frühlingshonig entweder feinkristallin (groß und klein) oder cremig (nur noch groß).

Die Preise sind immer 6,- € bzw. 10,- € für die „normalen“ bzw. flüssigen Honige, die cremigen kosten 7,- € bzw. 11,- €.

Sprecht mich gerne auf die Unterschiede der Honige an bzw. fragt mich nach einer Verkostung oder Führung an. Auch unter Corona Hygienemaßnahmen sollte das möglich sein.

Noch eine Anmerkung: Bei meiner Imkerei berücksichtige ich einige Bio-Richtlinien bzw. Vorgaben. Z.B. verwende ich nur Mittelwände aus Bio-Wachs und zur Behandlung gegen die Varroamilbe ausschließlich biologische und biotechnische Mittel. Selbstverständlich kommt es für mich auch in keinster Weise in Frage, meinen Bienenköniginnen die Flügel zu schneiden, sodaß sie so gut wie flugunfähig werden und nicht mehr schwärmen können.

Leere Honiggläser

Wenn ihr ein Honigglas geleert habt, werft es bitte nicht direkt ins Altglas. Warum? Zunächst mal eine Hintergrundinformation, dass in Deutschland knapp 80 % des konsumierten Honigs importiert werden. Dies erfolgt hauptsächlich aus Argentinien, gefolgt von Mexiko, der Ukraine und China. Im Internet findet man aus unterschiedlichen Quellen Angaben, welche den mit der Amerikanischen Faulbrut (AFB) kontaminierten importierten Honig mit 50 – 90 % beziffern. Dies passiert, da in Ländern außerhalb Europas die Faulbrut mit Antibiotika behandelt wird. Dies dämmt aber nicht den Erreger ansich ein, sondern verschleiert lediglich den Befall. Für den Menschen sind die Sporen im kontaminierten Honig absolut harmlos.

Wenn nun ein geleertes aber nicht gereinigtes Honigglas in den Altglascontainer geworfen wird, kann es vor allem im Herbst dazu kommen, dass Bienen vom Honiggeruch angelockt werden, den Honig aufnehmen und in ihr Volk bringen. Dabei kann eine Ansteckung des Volks erfolgen.

Noch gefährlicher ist es, wenn (vermeintlich bienenfreundliche) Menschen Honig an Bienen verfüttern und zu diesem Zweck gekaufte Honiggläser offen in die Nähe von Bienenvölkern stellen. Durch die größere verabreichte Menge ist hier eine Ansteckung sogar noch wahrscheinlicher. Zudem wird noch Räuberei unter Bienenvölkern gefördert, aber dies nur am Rande.

Solltet ihr Honigbienen bzw. Imker in eurer Region unterstützen wollen, kauft zunächst regionalen Honig bei einem Imker eures Vertrauens. Dadurch tut ihr der Umwelt etwas Gutes, da der Honig nicht um die halbe Welt transportiert werden muss. Zudem tut ihr euch etwas Gutes, da der regionale Honig (und die Bienen) den selben Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, wie ihr. Somit habt ihr den für euch gesündesten Honig wahrscheinlich gleich um die Ecke.

Die meisten lokalen Imker nehmen auch gerne wieder die (gespülten) Honiggläser zurück. Dadurch müssen diese nicht über den Weg des Altglases eingeschmolzen und aufgearbeitet werden, sondern der Imker spart sich noch um die 40 Cent pro Glas und kann euch quasi direkt wieder einen „Refill“ mit geben. So praktiziere ich es zumindest gerne. 😉

Noch eine Anmerkung: Bitte vermeidet grundsätzlich der Umwelt zuliebe Honig aus Plastik- bzw. Squeezerflaschen.

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