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Kategorie: Bienenhaltung

Video über Königinnen Zeichnen auf Youtube

Letztens habe ich ein Video (hauptsächlich für Instagram) gemacht, wie ich Königinnen zeichne. Falls Ihr Interesse habt, könnt Ihr es Euch gerne hier ansehen:

Jedes Jahr bekommen die Königinnen eine andere farbige Markierung:

2019 grün

2020 blau

2021 weiß

2022 gelb

2023 rot

danach gehts wieder von vorne los…

2024 grün

2025 blau

2026 weiß

2027 gelb

2028 rot

Dadurch, dass eine Bienenkönigin maximal 5 Jahre lebt, reichen die 5 unterschiedlichen Farben, um das Geburtsjahr der Königin eindeutig zu dokumentieren.

Wie die Völker durch den Winter kamen

Ab Herbst, wenn die Völker behandelt und aufgefüttert sind, reduzieren sich die Arbeiten des Imkers und beschränken sich hauptsächlich auf Materialpflege und -beschaffung, Fortbildung, Einschmelzen alter Waben und warten auf den Frühling.

Kurz vor Jahreswechsel erfolgt in einer möglichst brutfreien Phase der Bienen noch eine Abschlussbehandlung gegen die Varroamilbe, die permanente „Last“ der Honigbiene, um eine möglichst niedrige Belastung im Volk zu haben und stark auswintern zu können.

Ab Februar, wenn die Tage etwas sonniger und wärmer werden, unternehmen die Bienen „Reinigungsflüge“, um ihre Därme zu entleeren. Schließlich hatten sie seit Beginn des Winters und dem damit auf die Beute beschränkte Lebensraum keine Möglichkeit mehr dazu.

Mit der Wärme, den wieder länger werdenden Tagen und den ersten Blüten, die Pollen (für Brutpflege) und Nektar (als Bienenfutter) liefern, wachsen die Völker. Es wird immer mehr Brut angelegt, welche versorgt werden will.

Als einige Völker im April bereits sehr stark waren, kam eine andauernde Kälteperiode mit starkem Nachtfrost. Wenn man bedenkt, dass im inneren des Brutnests der Bienen eine Temperatur von ca. 35°C herrschen muss und es Nachts Außentemperaturen von unter -10°C hatte kann man sich vorstellen, welche Leistung die Bienen zum Heizen erbringen müssen. In dieser Phase werden natürlich Unmengen an Energie benötigt, die durch die vorhandenen Futterreservern aufgenommen werden müssen. Das kann ca. 1/2 kg Honig pro Tag und Volk sein.

Leider habe ich aufgrund meiner fehlender Erfahrung für solche Extremkonstellationen die Futterversorgung von einem Volk abreissen lassen, das Volk hatte kein Futter mehr und ist somit größtenteils verhungert. Das war bisher die traurigste Erfahrung meiner nun 3-jährigen Imkerkarriere. Ich konnte ungefähr die Hälfte des Volkes durch eine Notfütterung retten, allerdings leider nicht mehr die Königin. In diesen Tagen stellt sich heraus, ob das Volk sich mittlerweile eine neue Regentin nachgezogen hat.

Zwei Königinnen sind wohl altersbedingt im Winter bzw. Frühjahr verstorben, somit sind von meinen sieben eingewinterten Völkern derzeit nur noch fünfeinhalb übrig. Mein Ziel für diesen Herbst lautet, mit ca. zehn Völkern in den Winter gehen zu können. Dazu werde ich über den Sommer immer wieder Königinnen nachschaffen (lassen) und Jungvölker bilden. Dies gestaltet sich derzeit aufgrund der anhaltenden schlechten Wetter- und damit verbunden auch Futterlage als schwierig. Dazu aber bei anderer Gelegenheit mehr.

Zudem hat sich die Möglichkeit ergeben, bei sehr netten und offensichtlich sehr bienenbegeisterten Nachbarn einen weiteren Bienenstand einzurichten. Diesen möchte ich natürlich auch in den kommenden Monaten mit Jungvölkern „besiedeln“. Aber dazu auch ein ander Mal mehr.

Flugradius meiner Bees

Um euch darzustellen, in welchem Gebiet meine Bienen unterwegs sein können, habe ich mit Hilfe der Site homecrossing.de den Flugradius meiner Bienen dargestellt. Das Ganze findet ihr hier noch mal interaktiv, inklusive der Möglichkeit den Radius auf ein erreichbares Gebiet von 5 km zu erweitern. Das können die Bienen immer noch erreichen, versuchen aber natürlich, im möglichst nahen Umfeld Futter, also Nektar und Pollen zu finden.

Ähnlich wie bei Immobilien sind bei Bienenständen folgenden drei Dinge wichtig: Lage, Lage und Lage. 😉

Tätigkeiten im Herbst

Während die Tage deutlich kürzer, kälter und verregneter werden, gibt es noch ein paar Aufgaben für den Imker. Endlich kann das Material gereinigt und sortiert, Bestelllisten für den Wintereinkauf im Imkereibedarf erstellt und Honig gerührt, abgefüllt und etikettiert werden.

Nachdem ich erst seit Mai 2019 imkere, habe ich noch kein Wachs im Zuge der Wabenhygiene entnommen, woraus ich Kerzen gießen könnte. Imker sollten – zumindest im Brutbereich der Bienenvölker – die Waben alle drei Jahre entnehmen und ersetzen.

Mit etwas Wehmut gehe ich aus dem Bienenjahr, hoffe zumindest das Meiste richtig gemacht zu haben und dass der Start in den Frühling ohne Winterverluste mit möglichst allen Völkern erfolgen kann.

In der Zwischenzeit bleiben viele schöne Erinnerungen und bester Honig zum verkosten.

Bienenjahr 2020

Das Bienenjahr 2020 neigt sich dem Ende. Ich durfte im Laufe der letzten Monaten sehr viele neue und spannende Erfahrungen machen. Seit März habe ich viel experimentiert und habe meine Völkeranzahl von 3 auf 10 erweitert. Allein dabei konnte ich sehr viele interessante Beobachtungen machen, von der (einfachen) Ablegerbildung über Umlarven, Schwarmfang, Behandlungen, Honigernte sowie Verarbeitung und vor allem das Verhalten der Bienen. Mittlerweile führe ich fast alle Arbeiten ohne Schutzkleidung durch. Dies ermöglicht mir, „viel näher“ an den Völkern zu sein und weder durch einen Schleier sehen noch durch Handschuhe fühlen zu müssen. Teilweise muss ich natürlich auch den Schutz anlegen, vor allem, wenn es für die Bienen „stressigere“ Arbeiten sind, wie z.B. das Auflösen eines Drohnenbrütigen Volkes durch abkehren.

3 der 10 Völker habe ich wieder abgegeben, zwei als Ableger verkauft und eins als gefangenen Schwarm verschenkt. Somit gehe ich nun mit 7 Völkern in den Herbst bzw. Winter.

Belohnt wurde ich durch köstlichen Honig und vor allem in zahlreichen persönlich Gesprächen mit vielen Menschen mit unwahrscheinlich viel positivem Feedback. Es besteht offensichtlich sehr großes Interesse gegenüber dieser kleinen Insekten und der Arbeit mit ihnen. Einige haben mich gefragt, ob ihnen – z.T. mit Kindern oder auch Freunden – Einblicke in die Imkerei bzw. Bienenhaltung ermöglichen kann. Dies habe ich selbstverständlich gerne durchgeführt und im Rahmen meiner bisherigen Erfahrungen bestmöglich Fragen rund um die Biene bzw. Honig beantwortet.

Zudem habe ich meinen Shop etwas ausbauen können und würde mich freuen, wenn Euch der eine oder andere Artikel gefällt und Ihr diesen dann bestellt.

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