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Anzahl meiner Bienenvölker

Der Herbst ist da, die Arbeiten an den Völkern sind (hoffentlich!!) für dieses Jahr größtenteils abgeschlossen. Vor allem das Auffüttern der Jungvölker und Behandeln gegen die Varroa Milbe stand in den letzten Wochen im Fokus.

Im Frühjahr zeigt sich, ob der Imker gut gearbeitet hat…

Ich habe mich diese Jahr wohl etwas zuviel mit der Völkervermehrung und Königinnennachschaffung beschäftigt. Mit sieben Völkern bin ich 2021 durch den Winter gegangen, hatte im Frühjahr Verluste und habe aktuell einen Bestand von 23 Völkern, mit denen ich in den Winter gehen werde. Sollte ich feststellen, dass das eine oder andere Volk von der Bienenmasse zu schwach ist, wird u.U. noch vereinigt.

Kommendes Jahr möchte ich mich bei ca. 10 Wirtschaftsvölkern (d.h. Völker, welche Honig produzieren) plus ein paar (wenige) Reserve- bzw. Jungvölker einpendeln. Mal sehen, ob es mir gelingt.

Video über Königinnen Zeichnen auf Youtube

Letztens habe ich ein Video (hauptsächlich für Instagram) gemacht, wie ich Königinnen zeichne. Falls Ihr Interesse habt, könnt Ihr es Euch gerne hier ansehen:

Jedes Jahr bekommen die Königinnen eine andere farbige Markierung:

2019 grün

2020 blau

2021 weiß

2022 gelb

2023 rot

danach gehts wieder von vorne los…

2024 grün

2025 blau

2026 weiß

2027 gelb

2028 rot

Dadurch, dass eine Bienenkönigin maximal 5 Jahre lebt, reichen die 5 unterschiedlichen Farben, um das Geburtsjahr der Königin eindeutig zu dokumentieren.

Das Bienenjahr geht zu Ende

Ein turbulentes Bienenjahr ging am 23.7.21 mit der Honigernte zu Ende.

Warum endet damit das Bienenjahr? In unserer Region blühen ab Ende Juli / Anfang August keine wirklich bienenrelevanten nektarliefernden Pflanzen mehr. Eine der letzten ist die Winterlinde. Danach beginnen für den Imker und die Bienen schon die Wintervorbereitungen. D.h., die Bienen werden gegen den Bienenfeind Nr. 1 behandelt, die Varroamilbe, behandelt. Zudem wird das Gewicht jeder einzelnen Beute (= Bienenkiste) überprüft und bei Bedarf aufgefüttert. Der Futtervorrat muss bis zum nächsten Frühjahr reichen und wird vor allem in den ersten Monaten des Folgejahres benötigt. In dieser Zeit wachsen die Völker sehr stark, müssen also sehr viel Brut pflegen und versorgen. Zudem sind die Nächte oft noch sehr kalt und die Brut benötigt eine Temperatur von ca. 35 °C. Wenn Nachts – 10 °C herrschen, müssen die Bienen also einen Temperaturunterschied von 45 °C „erheizen“. Dabei ist unwahrscheinlich viel Energie nötig und kann bei starken Völkern einen Energiebedarf von ungefähr einem großen Glas Honig pro Tag bedeuten. Wenn der Futtervorrat aufgebraucht ist, verhungert oder erfriert die Brut und somit das Volk.

Dieses Frühjahr ist mir das leider einmal passiert, darüber habe ich bereits im vorangegangen Beitrag berichtet.

Was geschah noch in den letzten Monaten? Der Frühling ließ lange auf sich warten, nach ein paar warmen Tagen kamen regelmäßig nasse und kalte. Die erhoffte erste Honigernte Ende Mai fiel deswegen leider aus, weil so gut wie kein Honigeintrag erfolgte. Erst ab Juni wurde das Wetter stabiler und die Bienen fanden Futter. Somit gab es – zumindest bei mir und meinen Bienen – nur eine Honigernte.

Ansonsten bin ich zwar mit sieben Völkern in das Frühjahr gestartet, durch den Verlust von zwei Königinnen, das verhungerte Volk und einen abgegangenen Schwarm konnte ich lediglich mit drei Wirtschaftsvölkern (= Völker, von welchen Honig geenrtet wird bzw. werden soll), arbeiten.

Im Jahresverlauf habe ich mich dann intensiv mit der Völkervermehrung, also Bildung von Jungvölkern beschäftigt. Dabei ist nicht nur die Vergrößerung der Imkerei ausschlaggebend, sondern auch der Grund, Völkerverluste auszugleichen. 2022 möchte ich mit ungefähr zehn Wirtschaftsvölkern imkern.

Aktuell habe ich 18 Völker, die sich größtenteils noch entwickeln müssen. Zudem habe ich noch sechs Zuchtköniginnen und sechs Nachschaffungsköniginnen in kleinen Begattungseinheiten, welche ebenfalls noch für den Winter vorbereitet bzw. verarbeitet (= in neue Völker eingeweiselt) werden. Auf dem Beitragsbild kann man gut die unterschiedlichen Beuten sehen, eine „normale“ Kiste, einen ungefähr halb so großen Ablegerkasten und dann die kleinen „Prinzessinenappartments“. Darin kommen die nachgeschafften Königinnen auf die Welt, wohnen dann ungefähr eine Woche bis zur Geschlechtsreife darin, dann gehts zum Begattungsflug und danach zurück in die Kiste. Ein paar Tage später beginnt die junge Königin mit der Eiablage und ist dann in der Lage, ein Volk zu führen.

Es bleibt also – wie immer – spannend.

Wie die Völker durch den Winter kamen

Ab Herbst, wenn die Völker behandelt und aufgefüttert sind, reduzieren sich die Arbeiten des Imkers und beschränken sich hauptsächlich auf Materialpflege und -beschaffung, Fortbildung, Einschmelzen alter Waben und warten auf den Frühling.

Kurz vor Jahreswechsel erfolgt in einer möglichst brutfreien Phase der Bienen noch eine Abschlussbehandlung gegen die Varroamilbe, die permanente „Last“ der Honigbiene, um eine möglichst niedrige Belastung im Volk zu haben und stark auswintern zu können.

Ab Februar, wenn die Tage etwas sonniger und wärmer werden, unternehmen die Bienen „Reinigungsflüge“, um ihre Därme zu entleeren. Schließlich hatten sie seit Beginn des Winters und dem damit auf die Beute beschränkte Lebensraum keine Möglichkeit mehr dazu.

Mit der Wärme, den wieder länger werdenden Tagen und den ersten Blüten, die Pollen (für Brutpflege) und Nektar (als Bienenfutter) liefern, wachsen die Völker. Es wird immer mehr Brut angelegt, welche versorgt werden will.

Als einige Völker im April bereits sehr stark waren, kam eine andauernde Kälteperiode mit starkem Nachtfrost. Wenn man bedenkt, dass im inneren des Brutnests der Bienen eine Temperatur von ca. 35°C herrschen muss und es Nachts Außentemperaturen von unter -10°C hatte kann man sich vorstellen, welche Leistung die Bienen zum Heizen erbringen müssen. In dieser Phase werden natürlich Unmengen an Energie benötigt, die durch die vorhandenen Futterreservern aufgenommen werden müssen. Das kann ca. 1/2 kg Honig pro Tag und Volk sein.

Leider habe ich aufgrund meiner fehlender Erfahrung für solche Extremkonstellationen die Futterversorgung von einem Volk abreissen lassen, das Volk hatte kein Futter mehr und ist somit größtenteils verhungert. Das war bisher die traurigste Erfahrung meiner nun 3-jährigen Imkerkarriere. Ich konnte ungefähr die Hälfte des Volkes durch eine Notfütterung retten, allerdings leider nicht mehr die Königin. In diesen Tagen stellt sich heraus, ob das Volk sich mittlerweile eine neue Regentin nachgezogen hat.

Zwei Königinnen sind wohl altersbedingt im Winter bzw. Frühjahr verstorben, somit sind von meinen sieben eingewinterten Völkern derzeit nur noch fünfeinhalb übrig. Mein Ziel für diesen Herbst lautet, mit ca. zehn Völkern in den Winter gehen zu können. Dazu werde ich über den Sommer immer wieder Königinnen nachschaffen (lassen) und Jungvölker bilden. Dies gestaltet sich derzeit aufgrund der anhaltenden schlechten Wetter- und damit verbunden auch Futterlage als schwierig. Dazu aber bei anderer Gelegenheit mehr.

Zudem hat sich die Möglichkeit ergeben, bei sehr netten und offensichtlich sehr bienenbegeisterten Nachbarn einen weiteren Bienenstand einzurichten. Diesen möchte ich natürlich auch in den kommenden Monaten mit Jungvölkern „besiedeln“. Aber dazu auch ein ander Mal mehr.

Wie wird Honig cremig?

Ungefähr 2/3 meines Honigs mache ich cremig, weil die Mehrzahl meiner Abnehmer den cremigen dem flüssigen Honig vorzieht.

Aber wie wird nun aus dem Flüssigen der Cremige?

Dazu muss man zunächst verstehen, was mit Honig passiert, wenn er gelagert wird. Früher oder später kristallisiert so gut wie jeder Honig aus, es bilden sich Zuckerkristalle, die relativ groß werden können und nicht bei jedem auf große Begeisterung stoßen. Wie schnell ein Honig auskristallisiert hängt davon ab, wie das Verhältnis von Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker) anteilig im Honig ist. Bei Rapshonig beispielsweise ist der Glucoseanteil sehr hoch, dadurch kristallisiert der Honig sehr schnell – teilweise bereits in den Waben. Anders bei Honigen mit hohem Fructoseanteil wie beispielsweise Akazienhonig, dieser bleibt in der Regel sehr lange flüssig.

Wahrscheinlich gibt es sehr viele Möglichkeiten, cremigen Honig herzustellen. Ich kann nur von der Variante berichten, die ich verwende. Teilweise habe ich von Imkern gehört, die mit Klimaschränken usw. arbeiten. Dies ist bei mir nicht der Fall.

Nach der Ernte kommt der Honig beim Ausschleudern zunächst in große Behältnisse wie Eimer oder Hobbocks. Der flüssige Honig kann dann nach dem Abschäumen direkt in Gläser abgefüllt werden. Beim Cremigen beginnt dann erst die eigentliche Arbeit: Rühren, rühren und nochmals rühren. Zwei bis drei mal am Tag, alle acht bis 12 Stunden. Zwei bis drei Wochen. Doch, wozu? Beim Rühren reiben die Zuckerkristalle aneinander, schleiffen sich quasi gegenseitig ab und bekommen dadurch eine „zerkratzte“ Oberfläche. Man nimmt quasi vorweg, dass der Honig kristallisiert oder schleifft während des Kristallisierens die Zuckerkristalle klein.

Beschleunigt werden kann der Vorgang des Kristallisierens, wenn bereits cremiger (in meinem Fall natürlich eigener) Honig am Anfang des Rührprozesses zugegeben wird. Dies wirkt wie ein Katalysator und beschleunigt das Kristallisieren.

Wenn der Honig schlussendlich die richtige bzw. gewünschte Konsistenz hat, wird nochmals abgeschäumt und dann in Gläser abgefüllt. Dies sollte dann auch zeitnah passieren, da der Honig nochmals „nachzieht“ und etwas fester wird. Und dies sollte dann erst im Glas passieren. Ansonsten ändert sich der Zustand des Honigs im Anschluss nicht mehr, ein grobes Auskristallisieren erfolgt nicht. Man könnte also fast sagen, der Honig ist dann sehr lange ohne Qualitätseinbußen haltbar. In Deutschland muss allerdings jedes Lebensmittel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden.

Gelagert werden sollte Honig:

  • dunkel, damit die Enzyme und Vitamine erhalten bleiben
  • trocken, da Honig Wasser zieht und dadurch gären kann
  • kühl, da sich Honig unter 15 Grad nicht verändert

Grundsätzlich bietet Honig zwei wichtige Voraussetzungen für gute Lagerfähigkeit. Diese sind ein geringer Wasser- und ein hoher Zuckeranteil.

Flugradius meiner Bees

Um euch darzustellen, in welchem Gebiet meine Bienen unterwegs sein können, habe ich mit Hilfe der Site homecrossing.de den Flugradius meiner Bienen dargestellt. Das Ganze findet ihr hier noch mal interaktiv, inklusive der Möglichkeit den Radius auf ein erreichbares Gebiet von 5 km zu erweitern. Das können die Bienen immer noch erreichen, versuchen aber natürlich, im möglichst nahen Umfeld Futter, also Nektar und Pollen zu finden.

Ähnlich wie bei Immobilien sind bei Bienenständen folgenden drei Dinge wichtig: Lage, Lage und Lage. 😉

Aktuelles Honigangebot

Nachdem ich regelmäßig gefragt werde, welchen Honig ich aktuell im Angebot habe und was dieser kostet, hier ein kleiner Überblick:

Ganz frisch gibt es den Ende Juli 2020 geernteten Sommberblütenhonig entweder flüssig oder cremig klein (250 gr) bzw. groß (500 gr).

Dann gibt es noch Restbestände vom im Mai 2020 geernteten Frühlingshonig entweder feinkristallin (groß und klein) oder cremig (nur noch groß).

Die Preise sind immer 6,- € bzw. 10,- € für die „normalen“ bzw. flüssigen Honige, die cremigen kosten 7,- € bzw. 11,- €.

Sprecht mich gerne auf die Unterschiede der Honige an bzw. fragt mich nach einer Verkostung oder Führung an. Auch unter Corona Hygienemaßnahmen sollte das möglich sein.

Noch eine Anmerkung: Bei meiner Imkerei berücksichtige ich einige Bio-Richtlinien bzw. Vorgaben. Z.B. verwende ich nur Mittelwände aus Bio-Wachs und zur Behandlung gegen die Varroamilbe ausschließlich biologische und biotechnische Mittel. Selbstverständlich kommt es für mich auch in keinster Weise in Frage, meinen Bienenköniginnen die Flügel zu schneiden, sodaß sie so gut wie flugunfähig werden und nicht mehr schwärmen können.

Leere Honiggläser

Wenn ihr ein Honigglas geleert habt, werft es bitte nicht direkt ins Altglas. Warum? Zunächst mal eine Hintergrundinformation, dass in Deutschland knapp 80 % des konsumierten Honigs importiert werden. Dies erfolgt hauptsächlich aus Argentinien, gefolgt von Mexiko, der Ukraine und China. Im Internet findet man aus unterschiedlichen Quellen Angaben, welche den mit der Amerikanischen Faulbrut (AFB) kontaminierten importierten Honig mit 50 – 90 % beziffern. Dies passiert, da in Ländern außerhalb Europas die Faulbrut mit Antibiotika behandelt wird. Dies dämmt aber nicht den Erreger ansich ein, sondern verschleiert lediglich den Befall. Für den Menschen sind die Sporen im kontaminierten Honig absolut harmlos.

Wenn nun ein geleertes aber nicht gereinigtes Honigglas in den Altglascontainer geworfen wird, kann es vor allem im Herbst dazu kommen, dass Bienen vom Honiggeruch angelockt werden, den Honig aufnehmen und in ihr Volk bringen. Dabei kann eine Ansteckung des Volks erfolgen.

Noch gefährlicher ist es, wenn (vermeintlich bienenfreundliche) Menschen Honig an Bienen verfüttern und zu diesem Zweck gekaufte Honiggläser offen in die Nähe von Bienenvölkern stellen. Durch die größere verabreichte Menge ist hier eine Ansteckung sogar noch wahrscheinlicher. Zudem wird noch Räuberei unter Bienenvölkern gefördert, aber dies nur am Rande.

Solltet ihr Honigbienen bzw. Imker in eurer Region unterstützen wollen, kauft zunächst regionalen Honig bei einem Imker eures Vertrauens. Dadurch tut ihr der Umwelt etwas Gutes, da der Honig nicht um die halbe Welt transportiert werden muss. Zudem tut ihr euch etwas Gutes, da der regionale Honig (und die Bienen) den selben Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, wie ihr. Somit habt ihr den für euch gesündesten Honig wahrscheinlich gleich um die Ecke.

Die meisten lokalen Imker nehmen auch gerne wieder die (gespülten) Honiggläser zurück. Dadurch müssen diese nicht über den Weg des Altglases eingeschmolzen und aufgearbeitet werden, sondern der Imker spart sich noch um die 40 Cent pro Glas und kann euch quasi direkt wieder einen „Refill“ mit geben. So praktiziere ich es zumindest gerne. 😉

Noch eine Anmerkung: Bitte vermeidet grundsätzlich der Umwelt zuliebe Honig aus Plastik- bzw. Squeezerflaschen.

Tätigkeiten im Herbst

Während die Tage deutlich kürzer, kälter und verregneter werden, gibt es noch ein paar Aufgaben für den Imker. Endlich kann das Material gereinigt und sortiert, Bestelllisten für den Wintereinkauf im Imkereibedarf erstellt und Honig gerührt, abgefüllt und etikettiert werden.

Nachdem ich erst seit Mai 2019 imkere, habe ich noch kein Wachs im Zuge der Wabenhygiene entnommen, woraus ich Kerzen gießen könnte. Imker sollten – zumindest im Brutbereich der Bienenvölker – die Waben alle drei Jahre entnehmen und ersetzen.

Mit etwas Wehmut gehe ich aus dem Bienenjahr, hoffe zumindest das Meiste richtig gemacht zu haben und dass der Start in den Frühling ohne Winterverluste mit möglichst allen Völkern erfolgen kann.

In der Zwischenzeit bleiben viele schöne Erinnerungen und bester Honig zum verkosten.

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